Beruf als Berufung: Sofia Beregovajas Werdegang im Deutschen Haus

Heute möchten wir Sofia Beregovaja, eine Mitarbeiterin des Deutschen Hauses, vorstellen. Sie war lange Zeit als Deutschlehrerin tätig und leitete zahlreiche Projekte in den Bereichen Jugendarbeit, Kinder- und Sprachförderung sowie viele weitere Projekte. Inzwischen ist sie als Büroassistentin tätig. Seit nunmehr 10 Jahren ist das Deutsche Haus ein fester Bestandteil ihres Lebens. Im Interview erzählte Sofia, wie dieser Weg begann und welche Bedeutung das Unterrichten der deutschen Sprache in ihrem Leben hat.

 

Erzählen Sie uns, warum Sie sich entschieden haben, Lehrerin zu werden?

Dass ich Lehrerin geworden bin, war kein Zufall. Ich bin das fünfte Tochter in meiner Familie, und fast alle meine älteren Schwestern sind Lehrerinnen. Eine von ihnen ist Deutschlehrerin, die anderen beiden unterrichten an Grundschulen. Auch unsere Großmutter war Pädagogin. Schon als Kind habe ich meiner älteren Schwester beim Unterrichtsvorbereitungen, beim Korrigieren von Heften und beim Erzählen über ihre Schüler zugesehen. Ich glaube, schon damals, als ich noch sehr jung war, wusste ich, dass ich auch Lehrerin werden wollte.

 

Warum eben Deutsch?

Deutsch begleitet mich schon seit der ersten Klasse. Man kann also sagen, dass es schon lange vor meiner bewussten Berufswahl ein Teil meines Lebens war. Nach dem Abitur schrieb ich mich an der Universität im Fachbereich Fremdsprachen ein. Später kehrte ich als Lehrerin an meine alte Schule zurück – genau dorthin, wo ich früher selbst an der Schulbank saß.

Ich hätte nie erwartet, dass ich ausgerechnet Deutschlehrerin werden würde – aber das Leben hat es so gewollt. Und heute kann ich voller Überzeugung sagen: Das Unterrichten ist mein Element und mein Leben.

 

Wie war Ihre erste Erfahrung als Lehrerin und was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Was ich an meiner Arbeit am liebsten habe, ist, die Ergebnisse zu sehen. Besonders gerne erinnere ich mich an meine ersten Schüler zurück, die ich auf Prüfungen vorbereitet habe. Es war sehr spannend, eine so große Verantwortung zu übernehmen. Mit der Zeit haben meine Schüler ihre Prüfungen bestanden, ihr Studium begonnen oder sind ins Ausland gezogen – und sie haben ihre Verwandten zu mir gebracht. Viele Familien ließen sich bei mir über Generationen hinweg unterrichten.

Ich stehe immer noch mit vielen von ihnen in Kontakt. Das ist wohl der größte Wert unseres Berufsstandes – zu sehen, wie die eigene Arbeit das Leben von Menschen prägt und verändert.

 

Wie halten Sie Ihr Wissen aktuell?

Im Laufe meiner langjährigen Tätigkeit habe ich zahlreiche Fortbildungskurse gemacht und eine Vielzahl von Zertifikaten erworben. 2025 hatte ich das Glück, im Rahmen des IFA-Projekts Polen zu besuchen – dies war eine bedeutende sowie berufliche als auch persönliche Erfahrung für mich.

Erzählen Sie, wie Ihr Weg im Deutschen Haus begann?

Ich bin seit meiner Schulzeit mit dem Deutschen Haus verbunden. Schon als Kind besuchte ich Veranstaltungen, tanzte in einer Tanzgruppe und nahm an kulturellen Aktivitäten teil. Man könnte sagen, das Deutsche Haus war immer in meiner Nähe. Meine berufliche Tätigkeit begann ich 2016 in der Begegnungsstätte Kant. Bis 2019 leitete ich dort Clubs, später kamen Sprachkurse hinzu. . Eine Zeit lang habe ich sogar die Arbeit in Bischkek mit den Fahrten nach Kant an den Wochenenden kombiniert.

Später übernahm ich die Projektleitung und war unter anderem für Jugendcamps am Issyk-Kul-See, Kindersprachstätten, das Projekt „Camp, das Generationen verbindet“ und viele weitere Initiativen verantwortlich. Jeder Bereich bot mir neue Erfahrungen – organisatorische, Management- und Kommunikationsfähigkeiten. Ich lernte, in Teams zu arbeiten, Budgets zu planen und Verantwortung für Ergebnisse zu übernehmen.

2024 bewarb ich mich auf die Stelle als Koordinatorin für Spracharbeit. Anfang 2026 wechselte ich aufgrund der Geburt meines Kindes in die Position der Büroassistentin. Während meiner zehn Jahre im Deutschen Haus wurde ich Mutter von zwei Kindern und vereinbare nun Familie und Beruf. Im Dezember feiere ich mein zehnjähriges Dienstjubiläum im Deutschen Haus.

 

Können Sie uns mehr über die neue Position erzählen?

Heute bin ich als Büroassistentin tätig. Zu meinen Aufgaben gehören organisatorische Prozesse, Dokumentation, die Kommunikation mit Mitarbeitern und die Koordination interner Abläufe. Das ist eine ganz neue Ebene der Verantwortung und ein völlig anderes Arbeitsformat. Jede neue Position erfordert eine Einarbeitung. Ich muss mir neue Fähigkeiten aneignen, Fortbildungen besuchen und ein tieferes Verständnis der administrativen und rechtlichen Aspekte der Stiftungsarbeit gewinnen.

 

Lässt Ihnen Ihre neue Position Zeit zum Unterrichten?

Trotz meiner neuen Rolle unterrichte ich weiterhin. Und ehrlich gesagt, kann ich mir mein Leben ohne das Lehren nicht vorstellen. Das Unterrichten gibt mir Energie und Inspiration – es ist etwas, das ich wohl niemals aufgeben werde.

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